PDF-Magazine. Ein Überblick (1)



pdf Mit einigem Recht kann man die immer zahlreicher werdenden PDF-Magazine als neue Form des klassischen DIY-Fanzines verstehen: Ein paar Nerds nageln da just aus Liebe zum jeweiligen Thema eine Zeitschrift zusammen, deren Verbreitung allein durch Mundpropaganda (a.k.a. Links und Forenbeiträge) gewährleistet wird. Profitgedanken stecken so gut wie nie dahinter, wer würde auch schon Geld für eine Datei ausgeben?

PDF bietet dabei ein plattformunabhängiges – wenn auch nur mit einer beschränkten Zahl an Programmen lesbares – Format, das die Möglichkeiten der althergebrachten Fanzines um ein Vielfaches erweitert. Das reicht von der nun obligatorischen Farbe, die im klassischen Fanzine-Printbereich kaum denkbar oder nur durch massive Werbung bezahlbar wäre bis hin zu multimedialen Features wie der Möglichkeit, Videos und Sounddateien zu implementieren, das Heft intern wie extern zu verlinken oder Formularfelder einzubauen. Leider werden diese Möglichkeiten bislang kaum genutzt. PDF wird offenbar immer noch nur als digitales Papier verstanden, dabei bieten sich gerade im kreativen Bereich zahlreiche Funktionen geradezu an.

Die ersten mir bekannten PDF-Magazine kamen, dem Format entsprechend, aus ebenjenem Design- und Foto-Bereich, inzwischen ist die Bandbreite an Themen aber massiv erweitert worden. Was aber so gut wie alle Projekte eint, ist die Hingabe zu einem Thema, ohne die kostenlose Magazine damals wie heute kaum machbar sind.

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Cuemix | Los geht’s mit einem von Michael Mück herausgegeben Magazin, das in der Nähe meines Heimatortes Aachen entsteht. Cuemix beschäftigt sich mit elektronischer Musik im weitesten Sinne. Redaktionelle Professionalität spiegelt sich in Artikeln zu und Interviews mit Sage Francis, dem Shitkatapult-Label oder auch Diplo wider. Bisher erschienen zwei Augaben zu den Themen »Different words for different people« und »Nichts ist, wie es scheint«. Besonders erwähnenswert erscheint mir die Zweisprachigkeit: Jedes Magazin erscheint sowohl in deutsch wie auch in englisch.

Verantwortlich für das Design zeichnet übrigens niemand geringeres als Holger Kochs of Pale-Fame (Pale-Blog). Leider klebt das Layout allzusehr an der imaginären Print-Ausgabe. (Annäherndes) DinA3, immerhin im Querformat, mag für Zeitschriften okay sein, das Betrachten am Bildschirm wird durch die ewige Rumscrollerei eher erschwert. Auch die Größe – Augabe #2 nimmt stolze 13 MB Platz auf der Festplatte ein – ist unangemessen. 200dpi-Fotos sind auf dem PC schließlich so nützlich wie ein Kropf und wer druckt sich das schon aus? Abgesehen von diesen Problemen, bleibt trotzdem ein ansprechend layoutetes Mag mit schöner Typo und guten Texten. Die Ausgabe #3 ist für diesen März geplant.

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Mono | Bisher erschien eine Ausgabe des vom Layouter Serge H. Goerke herausgegebenen Mono-Magazins. Monothematisch (daher der Titel) unter dem Claim »clone me tender« stehend präsentiert sie zwischen interessantem Experiment und klassischer Dokumentar-Photographie changierend Photoarbeiten und Illustrationen von sieben Redaktionsmitgliedern. Die Fixierung auf das Bild allein soll indes mit und mit abgelegt werden: Text- und Beiträge aus anderen Künsten sollen in den nächsten Ausgaben Mono auflockern.

Die Möglichkeiten, die PDF bietet, werden hier zwar nicht voll, dem Thema und Beiträgen entsprechend aber ausreichend ausgenützt. Das Magazin präsentiert sich als eine Art Slideshow und kann so intuitiv mit Mausklicks (Linksklick vorwärts, Rechtsklick rückwärts) durchblättert werden.

Die nächste Ausgabe erscheint zum Thema »made in germany«

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Vektorika | Wie der Name schon andeutet ein Magazin mit nichts als Vektor-Illustrationen. Die aktuelle Ausgabe 6 steht unter dem Titel »Beauty« und versammelt illustre (Ha!) Arbeiten verschiedener Grafiker aus aller Welten Länder, von den USA bis Deutschland, von Indonesien bis Kanada. Viel mehr als Fingerübungen scheinen die Illustrationen dabei meist nicht zu sein, viele Stile kennt man aus der Werbung und hippen Editorialdesigns.

Nichtsdestotrotz wissen einige Beiträge zu begeistern und zeugen von einer Auffassung von »Illustration«, die sich jenseits der abgenudelten Wege althergebrachter flächiger Vector-Art positionieren. Betrachtet man den Werdegang des Magazins kann man sich sicher sein: Da geht noch einiges. Denn mit dem Umfang und den teilnehmenden Grafikern stieg auch die Qualität. Dennoch kann man sich nicht des Eindrucks verwehren, dass hier Schubladenarbeiten renommierter Grafiker mit denen von Laien vermengt werden.

Übrigens geben die Macher Vektorikas in Zusammenarbeit mit Vectorized Me auch einen für den Druck optimierten PDF-Kalender heraus, der hier heruntergeladen werden kann.

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to be continued …


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