Donnerstag, 6. April 2006

Adam Green – 02.04.006


Dass der Wirrkopf mit seinem mittlerweile vierten Album »Jacket Full Of Danger« niemandem noch was beweisen muss, war von Anfang an klar. Dass seine Konzerte bei all seinem oftmals am Rande des erträglichen Egos trotzdem noch so gut funktionieren und Spaß machen, war aber gut zu wissen.

Adam Green

Ich möchte es gleich vorausschicken: »Gemstones«. War »Garfield«/»Adam Green« ein perfektes Debüt, »Friends Of Mine« eine perfekte Adam Green-Platte, »Jacket Full Of Danger« eine perfekte Breitwand-Folk-Scheibe, so war »Gemstones« schlicht eine perfektes Songwriting-Album. Für mich hat Herr Green nirgendwo zwingendere Songs und besser ausbalancierte Arrangements gefunden als dort. Was die Sache in Verbindung mit einem Konzert nicht unbedingt leichter macht, sieht man sich doch schon in der Ecke stehen, und bei den zwei »Gemstones«-Songs mitsummen, und beim Rest nachdenklich rekapitulieren, warum der Kerl vorne doch nicht so toll ist, wie man vielleicht lange Zeit glaubte.

Aber nichts dergleichen ist geschehen. Adam Green hat in der atmosphärelosen Gasometer-Halle sein sehr breites (und junges) Publikum nach allen Regeln der schelmischen Kunst unterhalten, vor den Kopf gestoßen und lieb gehabt. Das Set eine guten Mischung aus Hits und Halbhits aus den letzten drei Alben, seine Laune wohlwollend und charmant, seine Band, pardon: sein Orchester nicht zu statisch. Alles super eigentlich.

Fragen kann man sich natürlich, ob das Riesen-Porträt an der Rückwand (das zu Beginn theatralisch mit »Tubular Bells« – es hätte auch »Also sprach Zarathustra« sein können ...) nicht einen Star an dem Punkt zeigt, wo er etwas über seine Ziele hinausgeschossen ist. Fragen kann man sich natürlich auch, ob die »Jacket Full Of Danger«-Songs vielleicht etwas schal und unausgegoren wirkten im Vergleich zu den Perlen der früheren Alben. Aber bei all den Fragen bleibt am Ende doch das Resultat, dass man für eineinhalb Stunden prächtig unterhalten wurde, ohne sich je zu langweilen oder die Meute vor sich als scheiß-kommerzialisiertes FM4-Alternative-Mainstream-Pack zu beschimpfen (was nicht undenkbar gewesen wäre). Für die, die es noch nicht wussten: Nach dem Konzert schaute Herr Green noch zum Überraschungs-Gig von Pete Doherty ins Flex, Bühneperformance inklusive. Es gilt also dranbleiben, beim Herrn Green, solange er sich auf solchen Partys herumtreibt. Beim nächsten Mal heißt es vielleicht schon: Akustik-Abend mit Adam Green, Sting und Franz Ferdinand in der Wiener Stadthalle. Brrrrrr.

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