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    <title>.txt (random | life | samples) : Rubrik:platten.kritk</title>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/4141355/">
    <title>Stars - In Our Bedroom After the War</title>
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    <description>&lt;hr /&gt;
&lt;a href=&quot;http://arts-crafts.ca/stars/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img505.imageshack.us/img505/8391/200pxstarsbedroomah8.jpg&quot; alt=&quot;Stars - In Our Bedroom After the War&quot; align=&quot;right&quot;  hspace=&quot;2&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Die Canadian Invasion ist vorbei. Besser gesagt ist jene Phase vorbei, die dem massiven Output gewisser Zirkel eine popkulturelle Brisanz und eine enorme Aufmerksamkeitsspanne und -breite zugestand, und zwar auf eine gänzlich andere Art und Weise, mittels anderes Mittel und in anderen Dimensionen, als bei der davor gelagerten Postrock-Phase um Constellation Records herum. Als Institution, als mediale Impact-Relation, als Hype-Struktur ist der Sommer 2006 mit dem US-Launch von Malajube ein letzter Höhepunkt gewesen, während sich über den kulturellen, musikalischen Verlauf noch heute alle Geister scheiden. Da Popkultur nur als Kokonstruktion von Produzenten und Rezeptienten verstanden werden kann, ist es auf beiden Fronten vorbei. Dies merkte man schon letztes Jahr, bei den Dears, bei Sunset Rubdown, bei Final Fantasy. Aber nichts belegt es besser, als die heuer eine nächste Phase andenkenden Superstars der Szene, die allesamt an dem Problem scheitern, eine in der Kokonstruktion eben schon vorformartierte kanadische Popmusik formatieren zu wollen. Arcade Fire legen ihr &lt;i&gt;Neon Bible&lt;/i&gt; in eine Welt, die schon nach Arcade Fire klingt, Feist legt ihr &lt;i&gt;The Reminder&lt;/i&gt; in eine Welt, die schon nach Feist klingt, usw. Dass diese ja-eh-guten Platten diese alte Brisanz nicht mehr erhalten, liegt sicher auch an der handwerklichen, selbstsicheren Art und Weise, mit der man jetzt eine kanadische Platte aufnehmen kann. Und nun kommen die Stars, und legen ihr &lt;i&gt;In Our Bedroom After The War&lt;/i&gt; in eine Welt, die schon nach den Stars klingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das der Titel dabei so zu dieser Szenerie passt, ist nur ein Hinweis darauf, dass die Stars das Problem erkannt haben. Auch wenn gerade die Stars seit jeher vielleicht am meisten aus der Toronto-, eventuell sogar am meisten aus der gesamten Kanada-Ecke um dieses Problem gewusst haben. Denn die Stars waren immer eine strenge Album-Band. Ihr 2001er-Synthpop-Zuckergummi &lt;i&gt;Nightsongs &lt;/i&gt;sprach eine deutlich andere Sprache als die verliebte 2003er-Winterlandschaft &lt;i&gt;Heart&lt;/i&gt;, und wiedrum anders (und eben dann auch plötzlich brisant) klang das 2004er-Meisterwerk &lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/stories/1004661/&quot;&gt;&lt;i&gt;Set Yourself on Fire&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, das sie bis zum ipod vom Harry Potter-Schauspieler brachte. Es mag aus der Perspektive also nicht überraschen, dass ihr neues Album, nach all der Invasion, nach all dem Krieg, wieder eine neue, bisher unversuchte Pop-Leichtigkeit im Duett-Zitat-Rausch erheischt. Mehr noch ist &lt;i&gt;In Our Bedroom After the War &lt;/i&gt;die wohl erste richtige Kopfhörerplatte der Stars, eine Art merkwürdiges &lt;i&gt;Longe Gone Before Daylight&lt;/i&gt;, nur mit weniger Rotwein, ein &lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/stories/949902/&quot;&gt;&lt;i&gt;Plans&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, nur mit mehr Elan. Vergessen haben sie natürlich nichts, die etwas schwache Vorab-mp3 The Night Starts Here ist für &lt;i&gt;Nightsongs&lt;/i&gt;-Fans der Retro-Jauchzer schlechthin, die auf&lt;i&gt; Set Yourself on Fire&lt;/i&gt; so wunderbar angedachten Riot-Pop-Wurzeln finden im sensationellen Take Me To The Riot ein würdiges Finale und Zitate gibt es auch enough, am schönsten wohl bei Torquils 80er-Sehnsucht The Ghost of Genova Heights. Die Stars klingen manchmal immer noch wie die Welt, die schon nach den Stars klingt, und dass sie noch immer die Guten sind, steht auch durch den Entschluss außer Frage, das Album vier Tage nach Fertigstellung, und drei Monate vor RL-Release DRM-frei zum digitalen Kauf (und damit auch zwangsweise zum einen Tag später folgenden Leak) anzubieten. Aber die neue, ruhige, noch träumerischere Stars-Variante geht das Risiko eben ein, die Welt links liegen, und den Krieg hinter sich zu lassen. Die bringt durch das Bedroom-Setting klar das Duett stärker hervor (auch wenn Torquil die von der Soloplatte noch etwas Whisky-angeschlagene Amy oft unter den Tisch singt), und ist somit eine Rückbesinnung auf eine Kitsch-Form, die den Stars immer schon hoch angerechnet werden konnte: Das nicht immer persönliche Ich-und-Du-Spiel, das zwischen Sex und Tod auch die Revolution verromantisieren kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar löst sich die Platte durch all das nicht gänzlich von der oben beschrieben Krankheit manch anderer kanadischer Platten heutzutage (die übrigens auch die gerne als Kanadier missverstandenen Architecture in Helsinki grad befällt) und trällert manchmal belanglos, manchmal langweilig, manchmal uninspiriert vor sich hin, aber es bleibt im Umkehrschluss eben auch immer die Frage, ob die fehlende Brisanz wirklich den Stars anzukreiden ist. Denn im Endeffekt haben sie den gordischen Knoten der Postinvasionszeit am besten von allen gelöst: up in the bedroom. Sollte es also tatsächlich nach den vielen Fehlversuchen eine Platte geben, die der kanadischen Indierock-Welt neuen Antrieb geben könnte für eine nächste Phase, dann wird es die hier sein. Zumindest bis zum nächsten &lt;strike&gt;(vollzähligen)&lt;/strike&gt; Broken Social Scene-Album.
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/topics/platten.kritk&quot;&gt;platten.kritk&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/3577271/">
    <title>Menomena - Friend and Foe</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/3577271/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.menomena.com/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img69.imageshack.us/img69/904/menomenagt9.jpg&quot; alt=&quot;Menomena - Friend and Foe&quot; align=&quot;right&quot; class  vspace=&quot;2&quot; hspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;So ist das, mit dem Ernst. Menomena haben sich letztendlich doch selbst erwürgt. War zu Zeiten des prachtvollen Debüts &lt;i&gt;I Am The Fun Blame Monster&lt;/i&gt; ihre verkruxte Aussicht auf Schattenseiten und Grenzbereiche des Indiepop noch in höchstem Maße von der eigenen Ungeniertheit und Frische getragen, waren damals noch die Blicke unschön, das Wittern zaghaft und alles irgendwie... ihr wisst schon, »neu«, debütantisch, blöd, verschustert und irgendwie schief, war ein jeder solcher Blick in den Abgrund auf einer so schönen Platte auch immer von Gelächter begleitet, so sehr ist es eben dann schwierig, nicht erwachsen zu werden. Vielleicht war diese Performance-Dingse um &lt;i&gt;Under an Hour&lt;/i&gt; herum schuld, dass Menomena auf einmal anfingen sich selbst zu ernst zu nehmen. &lt;i&gt;Friend and Foe&lt;/i&gt; ist dabei natürlich nicht wirklich auf der Strecke geblieben, und bleibt ein wirklich solides und irgendwie auch geiles Werk, das aber an den Bruchstellen, wo es früher brillierte, nun verzweifelt mit den Armen nach eben jenem rudert, was es unterwegs mit einem (oft unentbehrlichen und noch öfter gesunden) »brauch ich nich!« weggeworfen hat: Das Gelächter. Die Krise. Die Unwissenheit. Geblieben ist geschultes Handwerk. Pitchfork-Musik. Können. Was zwar nicht reicht, aber auch nicht weh tut.
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/topics/platten.kritk&quot;&gt;platten.kritk&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/3453309/">
    <title>It&apos;s hard to tell the difference of a prophet from a crackpot</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/3453309/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.cloudcult.com&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img235.imageshack.us/img235/3061/81384564on2.jpg&quot; alt=&quot;Cloud Cult - The Meaning of 8&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; hspace=&quot;2&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Einer der Gründe warum Cloud Cult ein beachtenswertes Anderssein im Indie-Kontext zelebrieren, ist weil die jugendliche Arroganz gegenüber den Referenzsystemen des Pops, also jene Arroganz die man jungen Rezipienten wie mir oft vorwerfen kann, darf und sollte, sich auf eine sehr ähnliche Weise auch auf der Platte abspielt. Ganz im Gegensatz zu dem (grad wieder, oder eh schon immer, jedenfalls viel zu lang) in Mode kommenden »Ja, ja, wir legen diese versteckten Spuren bewusst, um unsere Musik als Ausgangspunkt für Entdeckungsreisen in die Welt des Pops auszulegen... you know... for the kids...«. Cloud Cult sind da viel eleganter. Ihr Referenzen sind mir, als junger, ahnungsloser Grünschnabel im Einverständnis mit der Platte egal. Dieses Einverständnis ist es, das Platten zu dem »sowas hab ich noch nie gehört«-Phänomen macht. Wenn da kein Gleichgewicht herrscht, wenn die Band mehr sagen will, als sie sagt, es sich aber nicht traut, um nicht zu arty zu sein (siehe oben), oder wenn die Band nicht zu viel gesagt hat, aber ich zu viel reinlese (siehe, äh... puuh, &lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/stories/446623/&quot;&gt;suchts euch aus&lt;/a&gt;), kommen nur verstörte Langeweile und gebrochenen Herzen heraus. Aber hier ist das Gefühl das erste Mal seit langem wieder richtig im Gleichgewicht. Die Platte und ich sind uns &lt;i&gt;einig&lt;/i&gt;, dass Sagen immer wichtiger ist als Lernen, Output wichtiger als Input ist. Wäre das hier eine kanadische Band, wäre dieses Anders fast schon selbstverständlich, aber so heißt es doch nochmal genau hinhören, welche Fäden der letzten Broken Social Scene-Platte hier aufgenommen werden, welche Monstranzen ausgelassen werden, warum ich Nine Inch Nails raushöre, warum es nicht die nur die besser Unicorns sind, sondern auch die besseren Modest Mouse 2007, warum es sich wie &lt;i&gt;Funeral&lt;/i&gt; anfühlt, und warum eben auch nicht, nur um nach dem Hinhören, es doch nicht wissen zu wollen. Reden kann man ja trotzdem drüber. Wie immer: Reden worüber man keine Ahnung hat. Weil das ist es, was wir dauernd tun. Schön, es auf Platte haben.
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/3423431/">
    <title>Let&apos;s go live like Sunday morning cartoons</title>
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    <description>&lt;hr /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.cloudcult.com&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img235.imageshack.us/img235/3061/81384564on2.jpg&quot; alt=&quot;Cloud Cult - The Meaning of 8&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; hspace=&quot;2&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Wäre es so einfach, wie bisher, die Platte einfach zum Meisterwerk zu erklären, wäre der Witz daran deutlich verflogen. Dies hier ist so das Gegenteil einer Überplatte. So nicht ein euphoriestiftendes Hastunichgesehen. Sie bleibt auf jede nur erdenkliche und schöne Weise elementar, fantastisch trivial, irgendwie, was sich auch an dem Thema abarbeitet, das da Liebe heißt. Aber ganz im Gegenteil zu Überplatten werfen Cloud Cult diesem Thema keine emotive Dringlichkeit, kein melancholisches Zwangsverstehen, kein jubelierendes Epos, sondern eine kleine, nerdige und im Kern der Sache unromantische Semiotik hinterher: Die der Numerologie. Und selbst die Entscheidung garantiert noch nicht, dass hier Stumpfsinn hoch tausend romantisiert wird, wissen wir doch, dass das Obskure der Zahlenwelt von der Bestie bis hin zur Suche nach Gott, der perfekten Sprache, der Weltformel, der Logik (und Ratio) und unzähliges weiteres  auch in der Popmusik  befragt wird. Aber nö, warum hier die Bedeutung der Zahl 8 verhandelt wird, ist: »You and I make a lovely shape (two circles and cubed root of number 8)« Eine Form. Eine bloße Form, eine geometrische Bedeutung der 8, die der zwei sich berührenden Kreise. Und dass 2 (die Liebe, das Objekt) und 8 (die Form, das Zeichen) noch in einem Potenz-Verhältnis zueinander stehen ist der zufällige Bonus der Algebra. Jede andere Platte, die die oben beschriebenen Überintrepretationen nicht vermeiden würde, hätte da bestimmt noch irgendwas mit Unendlichkeit, der hingelegten Acht, fabuliert. Aber in &lt;i&gt;The Meaning of 8&lt;/i&gt; kommt  kein einziges Mal das Wort »infinity« vor. Die Platte bliebt auf dem kleinen, endlichen Polster liegen, von dem sich noch kindisch, ahnungslos aber immer vorausschauend wundern lässt, was zum Teufel da draußen (und hier drinnen) eigentlich los ist. Beim Aufwachen. Zwischen uns. Und überhaupt. Priceless.
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
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    <dc:date>2007-03-11T18:03:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/3416170/">
    <title>To hell with the going down</title>
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    <description>&lt;hr /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.cloudcult.com&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img235.imageshack.us/img235/3061/81384564on2.jpg&quot; alt=&quot;Cloud Cult - The Meaning of 8&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; hspace=&quot;2&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Schnelllebigkeit. Meingüte, was fürt ein Wort. Eigentlich wollte ich gar nicht auf das Thema hinaus, aber als Craig Minowa im Februar 2002 überraschend seinen zweijhährigen Sohn Kaidin an eine davor unbemerkte Herzkrankheit verlor und 100 Songs schrieb, dachte er vielleicht auch hin und wieder an Schnellebigkeit. Das sagt sich so leicht dahin. Aber irgendwo, wusste er vielleicht wie das dann umgangen wird, mit der Gitarre. Eines der schönsten Stücke auf &lt;i&gt;The Meaning of 8&lt;/i&gt; ist »Your 8th Birthday« wo Minowa singt: »Who can say goodbye with a yodel-ay-hee-hoo? You did, with the promise that the dead are now magicians.« und dann Kaidins Namen ruft. Schreit. Betet. Und es dann weiter diese Erinnerung anruft mit »You make traffic jams feel like parades. You bury the dead with the faith that makes lightning bugs swarm as if it was graduation.« Sorry, aber ein stärkeres Bild für Vertrauen habe ich schon lange nicht mehr gehört. &lt;small&gt;(Und nebenbei bemerkt ist dieser Texturozean eine auf Low heruntergepitchte Version von Offspring. Ehrlich.)&lt;/small&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dem gegenüber stehen Songs, die genau das sind: Songs. Minowa und seine Musik. »It&apos;s so unexpectedly predictable, so sloppily intentional. Does anyone know the punch-line yet?« Und das nur 5 Minuten nach Kaidins Birthday. Diesem Menschen ist einiges wichtig, scheint es. Die so große im Albumnamen angefragte Bedeutung, der Sinn, und darauf wohl auch der Zweck, aber keine Sorge: »There must be purpose here, cuz most of us keep waking up.« Und wenn das nicht klappt? Was ist dann mit der Party? »There must be rhythm here, cuz all of us have a heartbeat.« Es ist fast schon zu selbstverständlich um genial zu sein. Aber das sind bekanntlich die besten Momente.&lt;cite&gt;And we&apos;ll wear it like a tattoo, every scar is a smile.&lt;br /&gt;
To hell with the going down.&lt;/cite&gt;
&lt;hr /&gt;</description>
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    <dc:date>2007-03-09T12:14:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/3410746/">
    <title>If we could just shut up for a second, my darling, my dear, we might actually hear</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/3410746/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.cloudcult.com&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img235.imageshack.us/img235/3061/81384564on2.jpg&quot; alt=&quot;Cloud Cult - The Meaning of 8&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; hspace=&quot;2&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Experimental Indierock. Mit einer eigenartigen Pause zwischen »Experimental« und »Indierock«. Das war meine Antwort als mich das erst mal wer fragte, was Clud Cult so machen. Eigentlich war die Essenz der Antwort die Pause. Dieser kleine Moment des Luftholens, diese Stille, dieses Loch im Äther. Die Stelle an der man sich hundert mal überlegen kann, warum die Unicorns nicht in ihren Träumen solche Musik machen könnten, auch wenn sie noch so »Experimental« und noch so »Indierock« sein mochten. Weil der Punkt darin ist eben: Die Pause. Diese eine undenkbare Weigerung, die kein visuelles Äquivalent hat (und selbst wenn, dann nicht). Dieses eine crucial feeling, dass du hast, wenn eine Band singt: »Did you hear about the deaf girl, the one who sang a silent song? Although it&apos;s totally quiet, you can&apos;t help but hum along.«. Und dann als letztes Lied des Albums den besagten &lt;i&gt;Song of The Deaf Girl&lt;/i&gt; nachreicht. In Echt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann passt das mit den Pausen, der Frage, wie Stille funktioniert, und wie Leere, seit jeher der stärkste Antrieb dafür, was zu tun, erst definiert, was wir als Musik wahrnehmen. So oft, wie dieses Album mit der Leere, mit dem Stehenbleiben, dem enervierten Entfernen alles zu sagenden spielt, so oft weiß ich, dass es vielleicht das erste Mal in meinem jungen Leben ist, dass wer tatsächlich Musik und Stille für mich gegenüberstellt hat. Und eben weil das visuell mit keinem Bild der Welt machbar ist, braucht es eine sprachliche Pause, zwischen »Experimental« und »Indierock«, eine Pause um daran zu erinnern, woher dieser ganze Antrieb kommt, woher wir die Frechheit eigentlich nehmen, Kontexte zu verändern, woher wir eigentlich diese Stille Hoffnung auf die Veränderung, die vor uns liegt, speisen, und wohin sie vielleicht auch führen kann. 
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
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    <dc:date>2007-03-08T10:32:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/3408561/">
    <title>Although there&apos;s nothing to hear, I swear that there are things to be seen</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/3408561/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.cloudcult.com&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img235.imageshack.us/img235/3061/81384564on2.jpg&quot; alt=&quot;Cloud Cult - The Meaning of 8&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; hspace=&quot;2&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Experimental Indierock. Mit einer eigenartigen Pause zwischen »Experimental« und »Indierock«. Das war meine Antwort als mich das erst mal wer fragte, was Clud Cult so machen. Eigentlich war die Essenz der Antwort die Pause. Dieser kleine Moment des Luftholens, diese Stille, dieses Loch im Äther. Die Stelle an der man sich hundert mal überlegen kann, warum die Unicorns nicht in ihren Träumen solche Musik machen könnten, auch wenn sie noch so »Experimental« und noch so »Indierock« sein mochten. Weil der Punkt darin ist eben: Die Pause. Diese eine undenkbare Weigerung, die kein visuelles Äquivalent hat (und selbst wenn, dann nicht). Dieses eine crucial feeling, dass du hast, wenn eine Band singt: »Did you hear about the deaf girl, the one who sang a silent song? Although it&apos;s totally quiet, you can&apos;t help but hum along.«. Und dann als letztes Lied des Albums den besagten &lt;i&gt;Song of The Deaf Girl&lt;/i&gt; nachreicht. In Echt. 
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/topics/platten.kritk&quot;&gt;platten.kritk&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/3382964/">
    <title>Bill Callahan - Woke on a Whaleheart</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/3382964/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.myspace.com/toomuchtolove&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img233.imageshack.us/img233/7484/bcoy7.jpg&quot; alt=&quot;Bill Callahan - Woke on a Whaleheart&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; hspace=&quot;2&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;cite&gt;When, when you were blind&lt;br /&gt;
You touched things for their shape&lt;br /&gt;
A faith in wordless knowledge&lt;br /&gt;
A faith in wordless knowledge&lt;br /&gt;
Well, I could tell about the river&lt;br /&gt;
Or we could just get in&lt;/cite&gt;Mit diesen Worten fängt an, was sich wie ein Debüt anfühlt, was sich wie ein Anfang anhört, was aber eigentlich nicht weiter davon entfernt sein könnte. Es mag das erste Mal sein, dass Bill Callahan unter seinem echten Namen eine Platte veröffentlicht, aber in dem doch etliche Zeit nun umspannenden Universum, das er sich unter dem Namen Smog aufgebaut hat, ist &lt;i&gt;Woke on a Whaleheart&lt;/i&gt; schon die Nr. 12 der Fulllengths. Es ist ein kleiner Gefallen, den wir Callahan tun können, indem wir &lt;i&gt;Woke&lt;/i&gt; nicht im bisherigen Werk kontextualisieren, weil es genau das ist, was er mit der Namensänderung erreichen will (und was er schon mal mit den Klammern erreicht hat). Denn von dem oben beschriebenen Anfang an ist es nicht schwer, diese Platte für sich zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es bleibt somit überflüssig zu erwähnen, dass sich diese neue Platte auf neuem Terrain bewegt, auf dem fragilen Piano im Opener »From the Rivers to the Ocean«, auf den stroboskopischen Geigen in »Footprints« oder auf der sehr geheimnivollen Single »Diamond Dancer«. Dieses Terrain ist unter Mithilfe von Neil Hagerty als Produzent einem sehr austarierten Sound verschuldet, der wirklich sehr gut das zentrale Element dieser Musik (und wer will: der stetigen Weiterentwicklung der letzten, sagen wir drei Smog-Platten), nämlich Callahans Stimme in den Vordergrund rückt. Von beschwingten Pop-Balladen (am Anfang) bis zu ruhigen Ohrwurm-Meditationen (am Ende) trägt diese Stimme alles und nichts durch neun Songs, die schelmisch jede Romantik ad absurdum führen. Bill Callahan singt sogar, wenn er nicht singt, was im zentralen »The Wheel« sehr schön expliziert wird: Jede Zeile sagt er sich vor, murmelnd, leise, unsicher, uninteressiert, bevor er sie nochmal anruft, singend, melodisch, herzergreifend. &lt;i&gt;The wheel has come one full circle&lt;/i&gt;, indeed, denn schließlich war jene Anfangsphase, für die Smog immer die Beschriftung »Lo-Fi-Pionier« und »Homerecording-Cäsar« (auch fälschlicherweise) erhalten wird, exakt durch den (wenn überhaupt) gesprochenen, gemurmelten Gesang gekennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Gewitztheit ist bei einem ewigen Querschädel natürlich weder trivial, noch besonders wichtig. Denn schließlich will diese Platte wie gesagt nicht mehr sein, als eine kleine Geschichte 2007, eine kleine Abwechslung zwischen »Day« und »Night«, eine kleine Frage nach dem, was wir fühlen können, und nach dem, was wir nicht wissen können. Oder wie sie selbst sehr schön sagt:&lt;cite&gt;All you wanna do is be the fire-part of fire&lt;/cite&gt;Und all das ist ihr hervorragend gelungen.
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
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    <dc:date>2007-03-01T17:58:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/3362941/">
    <title>Deerhunter  Cryptograms</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/3362941/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.notownsound.net/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img221.imageshack.us/img221/3418/deerhuntercryptogramsfrnl4.jpg&quot; alt=&quot;Deerhunter - Cryptograms&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; hspace=&quot;5&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;[.] Aber wenn das alles gar nicht so einfach ist, wozu gibt es dann das geheime Hoffen auf&apos;s endlich-verstehen? Und warum zum Geier heißt es eigentlich »endlich«?&lt;br /&gt;
[.] Das mit dem Hoffen ist eh die alte Banane. Ohne das müssten wir uns in Kliniken der Vernunft einweisen lassen, und gefährliche Bäume mit noch gefährlicheren Früchten genießen. Aber das mit dem »endlich« ist so eine Sache. &lt;br /&gt;
[.] Du meinst, wir brauchen Hoffnung um nicht rational-wahnsinnig zu werden?&lt;br /&gt;
[.] Nein, ich glaub, dass wir eher den rationalen Wahnsinn brauchen, um die Hoffnung erobern zu können.&lt;br /&gt;
[.] Rationaler Wahnsinn, Rationaler Schwachsinn...&lt;br /&gt;
[.] Ach, komm schon, im Endeffekt hast du&apos;s dir immer schon so ausgesucht. Da gab&apos;s keine cleane, durchschaubare boo-ha-Ordnung, die du dir zurechtzimmern kannst. Deswegen Indie-Rock. Der, der schwierigen Sorte.&lt;br /&gt;
[.] Komm mir nicht mit dem Scheiß, es war ja auch ein langes »endlich« bis wir uns von dem Gerotz gelöst haben.&lt;br /&gt;
[.] Das »endlich«, das ist im Endeffekt nur ein sprachlicher Tropfen auf dem Stein, der uns irgendwie die Unsterblichkeit sichert. Ohne das dauernde betonen, wie gut es ist, dass etwas endlich ist, gäbe es keine unendliche, oder auch: jenseitige Projektionsfläche für Erlösungsmythen. Deswegen  nochmal  Indie-Rock. &lt;br /&gt;
[.] Das ist mir deutlich zu einfach. Indie-Rock. Ich mein, du sprichst von Pop und Jazz, blabla, und am Ende machst du einen Kaugummi-Kniff und sagst: Alles super!&lt;br /&gt;
[.] Nein, alles da. Nicht alles super. Alles da.&lt;br /&gt;
[.] Aber bloße Existenz reicht nicht.&lt;br /&gt;
[.] Mehr gibt es nicht. Und sogar die bloße Existenz ist eine unfassbar untriviale Angelegenheit.&lt;br /&gt;
[.] Okay, und warum dann so ein Indie-Rock?&lt;br /&gt;
[.] Weil es immer wieder schön ist, dieses Unverstehen expliziert zu bekommen. Da halten wir uns entgegen wer was nicht kriegt, und manche schreien nach Fremdsprachen, manche nach Innovation, manche nach mehr Fehler, manche nach mehr Kraft, aber im Endeffekt ist das Unverstehen, dieser eine Grund, warum wir Popmusik hören, das ewige und herrlich Nichtgemeintsein  und es ist Quatsch das da nur bei Hip Hop funzt  genau der ist es, der dann Platten rausholt aus der Klinik. Raus aus dem Äther. Rein in die Crypto-Maschine.&lt;br /&gt;
[.] Du meinst: Rein in unsere rationale Wahnsinns-Maschine, oder?&lt;br /&gt;
[.] Kulturelle Sphäre, wenn man böse sein will.&lt;br /&gt;
[.] Die besten Platten sind meistens böse.&lt;br /&gt;
[.] Okay. Also doch.&lt;br /&gt;
[.] Und du bist dir sicher, wer reden nicht über Cloud Cult?&lt;br /&gt;
[.] Immer schon.
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/3065527/">
    <title>wer hört schon löffeln zu?</title>
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    <description>&lt;hr /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.lcdsoundsystem.com/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img83.imageshack.us/img83/6268/lcdrr0.jpg&quot; alt=&quot;LCD Soundsystem&quot; align=&quot;right&quot; class=&quot;right&quot; hspace=&quot;5&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Albingl. Sinblum. Eine Frechheit, wie sie sehr sich die Wörter »Album« und »Single« in geheimer Konspiration gegen alle freundliche Verschmelzung wehren. Dennoch nicht ansatzweise so frech, wie James Murphys Erfolg dabei, als er vor zwei Jahren den Inbegriff von discoider Konsensfähigkeit geliefert hat. Und zwar in Album- und Singlesammlung-Format. Fast schon elegant wirkt dementsprechend der Schachzug, ein paar Monate vor dem neuen Album mit »45:33« eine ebenso lange Single rauszubringen. Tatsächlich ist »Sound of Silver« auch und insbesondere zusammen mit »45:33« jene Vielfalt, die man so sehnsüchtig erwartet hat. Alle Welten bedienen. Die unzähligen Einflüsse und Tricks, das umfassende Wissen der Produzentenarbeit sowohl für Nerds, als auch fürs das Hier und Jetzt der Tanzfläche absolut zwingend vereinen. Minimale Songs grölen, Tracks mit Refrain beten. Manche Missverständnisse zulassen, andere klären, z.B. geographische: »North American Scum«, ein Discopunk-Monolog-Monster à la »Movement«, macht klar, dass es hier nicht um England geht, während Murphys Stimme ab Strophe 2 den frühen Frank Black gegen Mark E. Smith aus Strophe 1 ausspielt. Jawoll. Beeindruckend auch, mit welcher Lockerheit diese Platte lächelt, was an der bereits geleisteten Definitionsarbeit der letzten Jahre liegen mag. Jetzt wird geerntet. Der Opener »Get Innocuous« belebt »Losing My Edge« via Kraftwerk wieder, lässt uns aber alle mittels der Zeile »You can normalize« ins Gemeintsein aussteigen, »Someone Great« ist eine mit Stimme aufgefettete Hypnose aus »45:33«, und »New York I Love You« (»but you&apos;re bringing me down«) ist die ruhige Piano-Hintergrundstrahlung zum Ausklang mit obligatorischem Rock-Aha kurz vor Schluss. Dieser Typ kann (wieder) alles. Und wenn »Sound of Silver« grad nicht als Single die Tanzflure der Welt entflammt, erweckt es in ihren Wohnzimmern als Album nach wenigen Sekunden den Eindruck, ein Instant Classic zu sein. Mehr kann ich nicht verlangen.
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
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    <dc:date>2006-12-14T13:54:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/2950451/">
    <title>The Perfect Crime</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/2950451/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.decemberists.com/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img225.imageshack.us/img225/8320/decev4.jpg&quot; alt=&quot;The Decemberists - The Crane Wife&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; hspace=&quot;5&quot; vspace=&quot;5&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Es ist der vollste Sound. Das Major Label Debut. Ihr &lt;i&gt;Plans&lt;/i&gt;. Als ob es da noch was zu holen gäbe, für die Decemberists, nach &lt;i&gt;Picaresque&lt;/i&gt;, diesem schelmischen Juwel, das sich mir leider nicht zur Gänze erschließen konnte, das aber auch schon andeutete: Die nächste Platte wird noch sauberer. Mit noch vollerem Sound, deutlich mehr Wucht und vermutlich sogar mehr Instrumenten. Prognose: Gut. Resultat: Fantastisch. &lt;i&gt;The Crane Wife&lt;/i&gt;, meine Damen und Herren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das geht auch deswegen, weil die Decemberists ihre laute Phase rüberholen, sie aber in der Produktion aufgehen lassen. Ich habe lange spekuliert, ob nun hier die &lt;i&gt;The Tain&lt;/i&gt;-EP wieder von den Toten erweckt wird, jene EP, die das Lager der Fans vielleicht am meisten spaltetet, in die, die Black Sabbath mögen, und die die lieber wieder ein Neutral Milk Hotel-Revival haben wollten. Okay... es gibt sie die Momente auf der neuen Platte, wo sie in so einem Rock-Sumpf landen (take »Come and See« oder »When the War Came«), aber es bleibt eine willkommen Prise Wahnsinn in einem ansonsten durch unfassbare Rundheit, Symmetrie und Eleganz ausgezeichneten Ozean an schönen Songs. The Decemberists, Posterboys des Nullziger-Indies, Verteidiger des Amifolk-Glaubens, haben sich zwischen die Laut-und-Leise-Stühle gesetzt. Und eine der wichtigsten Songwriting-Platten unserer Tage aufgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass das mit dem Laut-und-Leise nicht trivial ist, sieht man z.B. an Bands, die immer schon davon lebten, und dann daran zerbrachen (allein heuer: Sophia, The Dears, Secret Machines...). Was auch als gefährliche Mahnung  verstanden werden kann: Die nächste Decemberists könnte eine eklige Portion überproduzierter Scheiße werden, wenn sie nicht aufpassen. Aber das mag uns vorerst mal egal sein. Weil es genug genau richtig sitzende Produktion auf &lt;i&gt;The Crane Wife&lt;/i&gt; gibt, um bis dorthin satt zu werden. Tucker Martin und (once again) Chris Walla sind verantwortlich für das herrliche Poltern in »The Landlord&apos;s Daughter«, die stoisch-gespenstische Ruhe bei »Shankill Butchers«, den epischen Trennungsschmerz (für&apos;s Album) und Neubeginn (für den Inhalt) bei »Sons and Daughters«. Ersterer hat übrigens auch Laura Veirs produziert, die uns bei »Yankee Bayonet (I Will Be Home Then)« um Kopf und Kragen singt. Wenn diese Platte eines bewirkt, dann hoffentlich, dass ein paar Indiekids sich den Backkatalog dieser Dame zu Gemüte führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ja, und die Songs? Was ist mit den Songs, den Texten, den Ideen? Die sind  wie nicht anders zu erwarten  eine Welt für sich. Zwar habe ich den Decemberists niemals ihre Kauzigkeit abgekauft, aber die hier erzählte Geschichte um ein altes japanisches Märchen verzaubert natürlich, schafft neue Referenzwelten, die aber herrlich unaufdringlich bleiben. Man ist nicht gezwungen diese Schönheit zur Gänze zu schlucken. Und das ist es vielleicht was diese Platte (im Speziellen und die Decemberists im Allgemeinen) so wichtig macht: Dass sie am wenigsten &lt;i&gt;will&lt;/i&gt;, aber am meisten &lt;i&gt;macht&lt;/i&gt;. Die erwähnte mächtigere Instrumentierung entpuppt sich im Endeffekt als eine Fokussierung aufs Wesentliche. Die Platte ist mehr am Punkt und näher bei dir als alles, was sie bisher gemacht haben. Und - richtig - dieser Trick, dir was zu vorzumachen, was gar nicht da ist, ist hier mal nicht billig, denn, ja: Diese Platte darf das. Dies Platte kann das. Diese Platte ist vielleicht genau dazu da. Um an das Konzept zu erinnern, das sämtliche Fiktion immer schon im Hintergrund begleitet (und gelenkt) hat. Nämlich das un-reale Pendant zum wachen, vernünftigen »Bild« und somit zum Realen selbst: Der Traum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und genau das ist diese Platte, meine Damen und Herren. Genau deswegen schafft sie es mit ihren schüchternen 12-Minuten-Epen diesen Moment zwischen dem »Klick« des Lichtes und dem Anfang eines Traumes einzufangen. Als ich das erste mal »O Valencia!« gehört habe, und &lt;i&gt;Picaresque&lt;/i&gt; schon etwas her war, dachte ich mir noch »naja«. Beim ersten Mal durchhören dachte ich mir zehn mal »naja«. Wie jeder Traum ist diese Platte ein Grower. Erst mit der Zeit kapierst du, was sie mit dir macht. Obwohl ich (auch von den Vorgängern ausgehend) dieser Platte am wenigsten Zugang dazu gab, nein: geben wollte, und es auch am wenigsten erwartet habe, ist nun also Teil 3 von 3 der klare Sieger, der klare, beste, schönste Aspekt davon, auf neue Platten, auf Nachfolger zu warten, und sich zu fragen, ob das denn überhaupt gut gehen kann. Hier ging es gut, wie selten etwas in diesem Jahr.
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
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    <dc:date>2006-11-18T12:13:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/2920220/">
    <title>So United</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/2920220/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.myspace.com/trailofdead&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img221.imageshack.us/img221/2222/todna7.jpg&quot; alt=&quot;...And You Will Know Us By The Trail Of Dead - So Divided&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; hspace=&quot;5&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Nicht vergessen, wie das so ist. Nie vergessen, wie du die alten Leute auf den Straßen siehst und dann beim genauen hinhören diese Melodie pfeifen hörst. Tatsächlich... 60, 70, 100-jährige Menschen pfeifen deine Melodie, deinen Ohrwurm. Nicht vergessen, wie es sich anfühlt, wenn große Rockalben noch größeres Staunen hervorrufen, und alles auf einer enorm knapp bemessenem Geilheitsbatterie werkt, minimal eigentlich, sounsoviele cm Disk-Durchmesser, sounsoviele Einsen und Nullen. Was für eine Abstraktionsarbeit da nötig ist, um von da zu dem Opa, der die Melodie pfeift zu kommen, was wir da eigentlich tagtäglich machen, versuchen, schaffen, erscheitern, was eigentlich genau dieses Gefühl ist, dass man beim Abstrahieren erlebt, bei diesem »Ich packe dich nun, du Platte, und ich nehme dich als Teil meines Lebens auf«, was das eben ausmacht, und wieviel es bedeuten kann, all das kann man nur an den wirklich großen Platten erleben. An den Platten, denen man einfach nicht mal seine Seele dafür hergeben kann, weil das mit Inflation ja niemals hinkommen würde. So eine Platte war &lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/stories/480073/&quot;&gt;&lt;i&gt;Worlds Apart&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; für mich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei sind es manchmal wirklich die dümmsten und blödesten Menschen, die einem sowas geben, und es mag auch daran liegen, dass ich gerade &lt;a href=&quot;http://trailofdead.com/&quot;&gt;Trail of Dead&lt;/a&gt; so furchtbar dumm finde, dass diese Platte damals sowas ausgelöst hat. Weil sie dumm sind, und ich ja nicht dumm bin, haben sie mich quasi zu dieser Abstraktion herausgefordert. Ein Album, ein Wettkampf, und klar lasse ich mich da auf genau ihre Dummheit ein, Schwanzvergleichspunkrock, Hölle, wo bleibst du? Trail of Dead haben diesen Kampf auf den Einsen und Nullen gewonnen. Aber ich ging ja los, &lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/stories/558405/&quot;&gt;damals&lt;/a&gt;, und kam zurück als Sieger in der Verlängerung, konnte Trail of Dead ihr Prädikat »dumm« ins Gesicht brüllen, wütend und enttäuscht die Muffathalle verlassen, genervt Leuten zuschauen, die ihre fucking größte Indierockband aller Tage abfeiern. Und verdammt, ja, so e[g|m]o sollte das alles ja jetzt nicht werden, aber wie gesagt... wenn du in der Straßenbahn sitzt, und der Opa vor dir pfeift ein Stück einer Trail of Dead-Platte, dann weißt du: Es geht um dich. Und genau dann eben nur um dich. Niemand sonst holt die Einsen und Nullen aus ihrem trostlosen Formalismus. Bedeutung ist das, was man den Dingen beimisst. Wir sind dran, wieder einmal, und wir sind, wieder einmal, so divided.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Okay, ich sag&apos;s euch: Großartige Platte. Bla. Indierock-Heaven. Bla. Perfekte Antwort auf die Fans, die &lt;i&gt;Worlds Apart&lt;/i&gt; als zu ausdifferenziertes Popzeug verdammten. Bla. &lt;i&gt;So Divided&lt;/i&gt; erschließtundöffnet uns &lt;i&gt;Worlds Apart&lt;/i&gt;, geiler Kommentar, schafft einen referenziellen Überbau, in dem erst die Größe und Dominanz von &lt;i&gt;Worlds Apart&lt;/i&gt; erklärt werden kann. Bla. Schafft selbstverständlich das unmögliche, besser zu sein, als das beste Rockalbum unseres Jahrzehnts. Bla. Trommelwirbel, Little Drummer Boy, un-glau-blich viel Beatles, Schlussstück verheiratet The Rapture mit Spiritualized, Bluesrock für den intelligenten Bar-Suff (Linksscheitel, Student, zu klug für diese Welt), Oasis (weil ja Beatles), böser Secret Machines-Ripoff, ein Guided by Voices-Cover, famose Nr. Zwei. Bla. Danach kommt nichts mehr. Bla. Alles, was in diesem Absatz steht, stimmt nicht nur weil es so ist, sondern auch weil ich es weiß. Bla. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und trotzdem: Wirklich stimmen tut nur der Kommentar. Yeah, die Zeiten sind anders, und yeah, sie werden niemals wieder so gut und frisch und unverbraucht sein, wie vor zwei Jahren, aber eben yeah, auch dies ist etwas, was der Opa in der Straßenbahn begreift, erfühlen kann, wenn er seine Lippen formt und dabei nachdenkt, was könnte die universellste, wunderbarste Melodie sein, die ich grad pfeifen kann, da überlegt er isch das ganz genau, das passiert nicht einfach so. Diese Platte wird er nicht pfeifen. Auch weil sie keine Platte ist, sondern eine EP, ich hab&apos;s euch schon hundertmal vorgerechnet, es sind nur 7 neue Stücke, und wer die 7 alle als 10 von 10 einstufen will, meinetwegen, go for it, aber es bleibt fuzziwuzzi. Ein Kommentar. Eine Fußnote. Ich  weiß, dass ich gemein und kurzsichtig bin, weil ja &lt;i&gt;Stand in Silence&lt;/i&gt;, verdammt, WAS FÜR EIN SONG!, und wegen &lt;i&gt;Sunken Dreams&lt;/i&gt;, ohmyfockinggod, das alles ist wirklich so richtig wie wichtig. So traumhaft groß. So schön und für mindestens einen Monat unentbehrlich. Aber es lässt sich nicht zu etwas abstrahieren, was ein Leben lang hält. Ich kann mich an dem nicht mehr festhalten. Maybe, ja, kommt nun alle, und lacht, weil wer will sich schon festhalten wollen, wer will schon Sicherheit, und überhaupt: Ich hab diese Band ja eh nie verstanden. Und ihr habt vollkommen Recht. Ich bin auch verdammt glücklich diese Band nie verstanden zu haben, nie gemocht zu haben und niemals auch nur einen Ton ihres intelligenten Indiesigns geglaubt zu haben. Das sind Arschlöcher. Idioten. Absolute Trotteln. Die es aber (sei es via Ghostwriter oder whatever) geschafft haben, diesen einen Prozess, dieses in der Welt sein und die Abstraktion mitnehmen, sie als das größte denkbare Risiko einfach für sich arbeiten zu lassen, die genau das für einen kurzen Moment klarer gesehen, gefühlt und hingespielt haben als irgendwer sonst. Dieser Moment ist vorüber, wir sind hier um seine Trümmer, die der letzten zwei Jahre aufzusammeln. Die Trümmer sind so divided, sie heißen so divided und womöglich wird ganz im Gegensatz zu &lt;i&gt;Worlds Apart&lt;/i&gt; die lauschende Gemeinde diesmal nicht so divided sein. Und so erhält ihr Name auch eine gewisse Ironie. Wir kennen sie nun, die neue Platte, als eine Spur von toten Momenten ihres Vorgängers. That&apos;s for the history part. So eklig? Nein. Aber so geil auch nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Okay, ich sag&apos;s euch nochmal: Großartige Platte. Weil es eben nicht immer um history geht. Bei den &lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/stories/2890797/&quot;&gt;Blood Brothers&lt;/a&gt; gelernt, wie man diese Scheiße abstellen kann/soll/muss, und auch wie dort... ya know... es bleibt bei einer Platte, die mindestens in die Top 30 des Jahres gehört. Teil 2 von 3 der altbewährten US-Indiehoffnungen 06 schafft es also auch ins Ziel. Angeschlagen, aber doch.
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/topics/platten.kritk&quot;&gt;platten.kritk&lt;/a&gt;</dc:subject>
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  <item rdf:about="http://txt.twoday.net/stories/2890797/">
    <title>after the bloodwork</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/2890797/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;&lt;a href=&quot;http://www.thebloodbrothers.com/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img177.imageshack.us/img177/8433/bbhp7.jpg&quot; alt=&quot;The Blood Brothers - Young Machetes&quot; align=&quot;left&quot;  hspace=&quot;5&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Teil 1 von 3 in der Serie »US-Indie, der 2006 die schwierige Aufgabe antritt, ein 05-Meisterwerk zu überbieten«. Na gut, gleich zu Anfang natürlich die Ausnahme: &lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/stories/510602/&quot;&gt;»Crimes«&lt;/a&gt;, der letzte große Wurf der Blood Brothers, ist eigentlich von 2004, wurde aber in diesen Breiten erst 2005 veröffentlicht, und fand sich dann auch in &lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/stories/1343324/&quot;&gt;so manchen Bestenlisten&lt;/a&gt; des entsprechenden Jahres. Und ganz ohne die Fragen von damals bezüglich Verweichlichung oder Verrat nochmals aufwerfen zu wollen, war »Crimes« ein seltenes Juwel am Indiehimmel, denn es hatte etwas, was nur wenige Platten besitzen: Überraschungseffekt. Fanverlust und Fangewinn inklusive, abschwitzen erwünscht, wham, bam, 9.5. Eine wichtige Platte. Eine unterschätze Platte. Die Beatles-Platte für Beatles-Hasser. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vielleicht war es der Schock des sich-selbst-überraschten Zweifels. Wenn es darum geht Poplaunen zu »konservieren«, sie liebevoll beizubehalten, ohne sie zu langweilen, wenn es darum geht, zu fragen, wohin man gegangen ist, und dabei doch den Überblick über die Kreuzungen, die VOR einem liegen zu bewahren, wenn es also um diese große Frage geht, was man tut, wenn man sich selbst überrascht hat, dann kann man Glück haben, oder auch nicht. Und vielleicht war es einfach nur Pech, dass die Blood Brothers so eine verdammt schöne und wichtige Platte damals rausgebracht haben. Man wird vermutlich nie wissen, was genau bei den Bandgesprächen passiert ist, als man sich entschied diese »Crimes«-Variante ihres Wachsinns nicht mehr zur Gänze weiterverfolgen zu wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und ganz ehrlich: Das ist auch gut so. Niemand hätte eine Wiederholung dieses Schaffens gutheißen können. Ehrlich. Nicht bei den Blood Brothers. Aber der Entschluss, wieder zurückzugehen und auch »Burn, Piano Island, Burn« einzubauen, der darf in Frage gestellt werden. Zwar gewinnt dadurch »Young Machetes« eine Kante, die Fans vielleicht bei »Crimes« vermisst haben, sie erreicht aber auch einen thermischen Nullpunkt, der einen ratlos zurücklässt, ein Gleichgewicht der Kräfte. Ein Gleichgewicht, dass in der Redewendung »weder Fisch noch Fleisch« aufgeht, ein Gleichgewicht zwischen epischer Wut und herzhaftem Pop. Die Blood Brothers haben insofern völlig richtig, und in einer beispiellosen Selbstanalyse ihr Potential klar eingegrenzt und perfekt verarbeitet, ein Überplatte für alles und jeden gemacht. »Young Machetes« ist (leider) die beste Blood Brothers-Platte geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Warum das schade ist, ist deutlich schwerer einzugrenzen. Es hat aber was zu tun mit diesen Momenten wie bei »Laser Life« oder »Spit Shine Your Black Clouds« wo man diese Klugheit völlig klar präsentiert bekommt, diese perfekte Balance aus allem, was die Blood Brothers immer so wichtig gemacht hat. So klar einem das vor Augen liegt, wie perfekt hier die Synthese von Krach und Pop funktioniert, so sehr drängt sich auch auf, es handle sich hier um ein Nullsummenspiel. Es vibriert richtig, es ist ein clear catch, auch bei »Johnny Ripper/Stevie Ray Henderson« oder »Camouflage, Camouflage« stürzen die Songs auf der gewohnte fantastisch schiefe Landebahn ihrer Poplaune zu, und verbrennen sich dabei die Flügel. Ganz großer Pop, das. Und trotzdem kommt aus dem Verbinden alles Guten ein Ganzes heraus, das eben nicht abhebt, sondern landet. Einzig »Lift the Veil, Kiss the Tank« schafft diese Symbiose auf eine ähnlich ungut austarierte Art und Weise wie es z.B. »Love Rhymes With Hideous Car Wreck« oder »Peacock Skeleton With Crooked Feathers« tat. Denn diese nicht ausgewogene Mischung, die war es die »Crimes« so zum wham-bam machte. Die war es, die die Blood Brothers zu ihren Höhen trieb. Selbst dann, wenn sie sich irrwitzig weit aus ihrem Fenster lehnten (z.B. im Titeltrack von »Crimes«; ja nicht mal »selbst dann«, sogar »genau dann«!) war es eben dieser Irrwitz, eben dieses schiefe Konstrukt von Post-HC-Pop, das sich so wenig um seine eigen Stabilität kümmerte, wie um die verschlissenen Referenzen, das uns staunen machte. Und das passiert auf »Young Machetes« leider nicht mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Versteht mich nicht falsch: Es ist und bleibt eine Weltklasse-Platte. Eine Tour des gesunden Versagens und der stimmlichen Verbreitung von Verwirrungstaktiken und Ausweichmanövern, alles verpackt in nimmeruhige Explosionen, farbenfrohes Fiasko, uh-huh, etceteras. Alles ist da. Aber »alles« ist eben manchmal eine Spur zu gut. Eine Spur zu schön. Eine Spur zu wichtig. Es bleibt die Hoffnung, die Blood Brothers erinnern sich wieder an die Überraschung, an das Ungleichgewicht, die Absurdität. Denn das ist es erst, warum wir vor langer, langer Zeit angefangen haben, so Bands wie die Blood Brothers in absurdem, unausgewogenem, überraschendem Ausmaß verdammt großartig zu finden.
&lt;hr /&gt;</description>
    <dc:creator>wiesengrund</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/topics/platten.kritk&quot;&gt;platten.kritk&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2006 wiesengrund</dc:rights>
    <dc:date>2006-11-04T10:49:00Z</dc:date>
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    <title>Malajube - Trompe-l&apos;oeil. Extended Version.</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/2698937/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.malajube.com&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img233.imageshack.us/img233/2623/trompexl8.jpg&quot; alt=&quot;Malajube - Trompe-l&apos;oeil&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; /&gt;&lt;/a&gt;... na gut, es soll so sein, es soll so sein, weil es kleiner nicht geht, weil ich auch grad irgendwo in der neuen Blood Brothers drin stecke und deren Ablenkungsversuche und Tarnanzüge so unschätzbar bunt sind, so richtig knackig, und was bitte ist denn falsch daran, was tut denn so weh, wenn es knackt und holpert, und dann die Versprechungen und Schlechtgewissenheiten einfach fallen gelassen werden, für den schiefen Haussegen und all das Zeug, das einem eh nie weiter bringt...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, es soll also doch irgendwie brodeln, etwas wackeln und uns in Unsicherheit wiegen lassen, weil es ja bei Malajube vielleicht so sehr um Unsicherheit geht wie um Kochrezepte (was für ein Hunger mich befällt...), und es sich deswegen ja auch um eine Band handelt, die etwas getan hat, was sich hier irgendwo im unsicheren Eck der ganzen Musikdeskription niederlassen muss, erst dort gedeihen kann, erst dort die Fehler macht, die man nicht planen kann, sondern die passieren müssen, weshalb natürlich die Blood Brothers perfekt da hin gedreht werden, also perfekt im Sinne von richtig, und um richtig geht es ja auch immer....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, es soll also auch um das gehen, wo sich Malajube niederlassen, eine extravagante Ecke des musikalischen Ozeans, der Kanada heißt, und sie lassen sich da nieder, wie es einst Arcade Fire taten, nur war es ein anderes »da« und ein anderes »nieder«, aber die Wucht ist ähnlich, und das Fundament, wo das passiert, ist ungefähr so stabil wie jenes könnte-klappen-wenn-wir&apos;s-versuchen-stabil, das aus Toronto, einem ganz anderen da, jenem Toronto von Broken Social Scene, oh ja, von genau denen, herweht, und Stabilität ist ganz wichtig, für Malajube, für dieses Album...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... na gut, jetzt ist nichts mehr gut, jetzt tun wir tun, also alles, was wir nie sollten, weil es meine Deutschlehrerin damals auch verboten hat, weil tun tut man nicht, aber es ist genau das, was dieses Album tut: Es tut, und dabei ist es so energetisch und schaffensgewillt, dass es für jedes Schaffen genau einen Moment braucht, genau die Spanne, die du zwischen zwei Wimpernschlägen hast, der Augenblick, der da am Beginn heißt »Jus De Canneberges« und mit diesem Akustik-Ding anfängt,  deutlich zu düster in den ersten zwei Sekunden, aber dann mit einem Bang!-Bang!-Bang! ein erhabenes Uptempo erreicht, das langsamer ist als alles, was heutzutage Up! ist (undschönernochdazu) und dann senkt sich dieser Engel herab und singt von Heidelbeersaft, wo du nur verstehst »What you say do that?«, aber es ist natürlich Blödsinn, weil es französisch und nicht englisch ist, aber das ist es trotzdem was rüberkommt, was mein Ohr fühlt, und was ich verdammt nochmal beantworten will, denn dann bleibt das ganze kurz stehen, und die Minute ist noch nicht um, da braust es in so einen Architecture in Helsinki-Orkan, aber justlikethat, wie sie ihn selber nie hinkriegen würden, und schneller als ich denken kann, ist dieser Moment schon wieder verflogen, und aus, und es geht weiter, nach Monstreal...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, und dort hat es -40° Celsius, und eben so sollten sich Radiohead anfühlen heutzutage, genau das sollte Thom machen, nicht sich unterkühlt fühlen, sondern SAGEN, wie kalt es ist, und dann ein Statement dagegen machen, einen Schlachtruf, einen Hitzewall, ein warmes Stück Song zum Einwickeln, der dieses Gefühl vermittelt, was seit »Neighbourhood #1« niemand mehr geschafft hat, als es auch darum ging, wie kalt es nicht doch ist, aber dass wir doch Tunnel graben, durch den kalten Schnee, um uns zu verbinden, oh ja, und was ist denn bitte ein schöneres Bild als dieses, und hier tut es sich bei -40° Celsius jemand sehr leicht Barbarabababababarapadam! zu singen und sich darin richtig zu wenden, mit dem Rhythmus zu spielen, denn der Rhythmus hält uns wach und stark, bis er zum Walzer wird, ein Weihnachten im Stroboskop, zersetzte Geschenke, sehr viel Früchte, wo früher die Zitrone war, jetzt die Heidelbeere, und wieder ist der Moment schneller weg als du denkst, und es macht sich dieses Gefühl breit, es wäre genau das eben gerade, was zu hören MUSST, genau diese sonnengeküsste Musik, die dich retten wird, denn um Rettung geht es auch bei Malajube...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, und es geht um Klammern um diese Prolog- und Epilog-Teile, Intro und Outro, egal, mit all dem spielen Malajube sehr gern und es ist so ein herzliches spielen, denn hier macht die Linie weiter von »Boa vs. Python« (Test Icicles) und »On My Own« (Boy Kill Boy), dieser fiesen Hits, die diesen Kreisschließungstrick so toll hinkriegen, und dich am Ende daran erinnern, dass du eigentlich immer nur auf den Anfang gewartet hast, und bei diesem Kochrezept namens »Pâte Filo« machen das Malajube auch, oh ja, so richtig gekonnt dramatisch, mit einem Anfang zum Niederknien, und dann einem Zwischenteil, so einer Song-Treppe, die immer wieder in panisches Schreien ausbricht, wo du schon dir selbst aussuchen musst, an welche Happen du dich festhalten willst (ma sensebilité!) nur um dich am Ende wieder so richtig feedzubacken, wieder voll in die Maschine des Anfangs reinzuhauen, und dann aber, ohfockinggod, woanders abbiegen, weil sich jeder Mensch verändert auf dem Weg dem Kreis entlang, weil es eben keine Kreise gibt, weil sie zu perfekt oder so was wären, und das musst du erstmal in so einen Indiepopperlenrockkracher reinpacken, dass er am Ende eben nicht mit der Repetition des Anfangs zwinkert, sondern noch anderes Zeugnis draufsetzt, noch einmal Luft holt und laut aufschreit und dieses Schlagzeug so gekonnt im Off-Becken mit deinem Fußboden jongliert, den du darin natürlich verlierst, und eben dieses »natürlich« erklärt dir erst den ruhig sanften Treppen-Ausgang, der sich so heimelig anfühlt, mit einem Zick!-Zack! am Schluss, und um Wendungen geht es auch bei Malajube...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, und dann wirds zu einem Zack!-Zack!, zu einem Aufwachen und ich sitze dramatisch im Flugzeug, das bebt und schwirrt, multicolor, sowas wie Testbilder surren im Kopf, und Flugzeuge haben was mit Entfernungen zu tun, und davon lebt dieses Lied, »La crabe«, auch, weil es sich immer wieder weg- und hinbewegt zu dir, und dabei aber nie »weg« ist, sondern immer »Weg«, und auf diesem Weg sollten die lauten Stimmen im Hintergrund, die Toten, die schreien, immer im Augenwinkel behalten werden, weil entfernt sein eben nicht heißt, das es weniger intensiv wird, oh ja, Intensität, wie sehr es doch um sie geht, hier, und eben diese Intensität in der Entfernung ja erst dieses Ende ermöglicht, den Moment wo das Lied pur rockistisch zurückkommt und dich anbrüllt, als ob es Aphex Twin in der allerletztne Ecke seine spookyness erschrecken will, und dabei brichst du zusammen, eine düstere Zelle unter der Haut, es bleibt dabei, wir sind dabei...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, und dabei sind wir aber in diesem »wir« eines sanften Lagerfeuers, Chanson Chanson Chanson, aber eben doch nicht, weil wir wieder mit dem Rhythmus spielen und dabei einen Refrain erobern, capture the flag, und wie tief dann die Gitarre noch reinkann ist eben so einen Intensitätsfrage, wie tief du gehen kannst, und wie hoch es hinaus kommt, aus diesem Refrain, aber am Ende macht »La monogamie« doch noch eine Wendung, als der Kinderchor die Gitarren in die Hand nimmt, so wie bei Smog&apos;s »Knock Knock« damals, und es erst richtig zum Wahnsinn wird, äh... At The Drive-In-Wahnsinn, wobei natürlich die keinen blassen Schimmer von Wahnsinn haben, und hier der Wahnsinn aber von der Decke in dein Auge tropft, und du denkst es seinen Tränen, aber in Wirklichkeit tanzt du, verdammt, tanzt, tanzt, tanzt du, die ganze Nacht...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, in der Ekstase der nicht-wahrnehmbaren Sprache, dieser Worte, die du nicht kriegst, siehst du dann immer Fantome, das macht das Mitsingen bei solchen Alben so toll, und je weniger du französisch denken kannst, umso besser, denn hier heißt es Zirkus, Attraktion und etwas Entertainer-Klavier, dein Lieblingsgericht, »Ton plat favori«, aber doch so bittersüß gekocht, dass es den Bogen zu einem Ska-rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr locker hinkriegt, Na! Na! Na! Na! und es eben um Spaß geht, ja, um Spaß, darum gehts auch bei Malajube....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, den Spaß müssen wir wohl so kaufen, jemand flüstert »MC Solaar«, und hier sind wir, »La russe«, ma malédiction, un mal de la diction, und es geht natürlich um seine WÖRTER, seine Sprache, die der Fluch ist, rechtfertigen, erklären, analysieren, interpretieren, und das alles ist Hip Hop, zu schön für die Kritik(er) und alle die, die zweifeln werden, in Stille, wo es keinen Zweifel gibt, genau das, was ich eben hören wollte, en silence, verdammt, warum können Synthieflächen manchmal doch so gut funktionieren, obwohl ja so peinlich und wüst, aber eben diesmal Malajube und so unfassbar großartig, denn um Kobolde und Flüche geht es auch...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, es geht uns langsam die Luft aus, wir können nicht mehr, wir sind »da« und »nieder«, und beides fühlt sich richtig und stabil an, und plötzlich verbrennen sie uns, mit »Fille à plume«, mit so einem unfassbar fiesen Telefon-Song, Dälek, Kindergeburtstags Uh-hu!, territoriale Komplexität, und Schuhe schauen können wir auch dabei, was für eine Oper, die irgendwo im Chor, hinter der vorletzten Note so einen kleinen Schluck Hoffnung bietet hier je wieder lebend rauszukommen, und kaum ist dieser Moment vorbei, bist du raus, und lebendiger als je zuvor....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... na gut, lebendiger Glam, warum nicht auch Glam, hier wollen wir mal nicht so sein, denn im Glam lagen auch immer Zombies, wieder diese Schreie, dieses unfassbare Flehen um Erlösung, als ob die Stimmen und die Band als Ganzes genau wissen würde, was für ein Irrsinn an Album hier passiert, und als ob sie um Befreiung flehen, weil es so unfassbar magnificent ist, und du würdest ihnen gerne helfen, aus dieser Selbsbewusstheit rauszutreten und so wie du einfach mitzustolpern auf dem Weg, aber du kannst nicht, weil der Moment auch schon wieder weg ist, und du schließlich wieder mitmusst, der Bus wartet, bei »Casse-cou«, diesem herrlichen Led Zeppelin-Gerät, wo die Schreie wieder kommen, wieder um Hilfe suchen, und du fragst dich, was du machen sollst, wie du helfen kannst, weil du ja nicht reingreifen kannst, um die Leute rauszuholen, auch wenn es genau das ist, was du gerade so sehr willst...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, und dann kommt dieser neue Planet, den Malajube, für uns gebaut haben, letzten August, »Étienne d&apos;août«, und genau dorthin rettet sich die Band gerade noch vom Wahnsinn, und dort schwebst du dann über dieser zarten Oberfläche, die so unwahr wirkt und fragil, Watte, dieser ganze sanfte Zug, der so herrlich unter deiner Haut vorbeiflitzt und in dieser Ballade, in diesem Ohrwurm sein »Let It Dive« findet, genau das, was du eben gerade nicht erwartet hast, aber in dieser Unerwartetheit soviel Geborgenheit und Sicherheit liegt, dass du ganz problemlos auf einer Nadelspitze stehen kannst und den Ausblick genießt, den Ausblick auf was noch kommt auf dem Weg, auf dem keine Schatten mehr liegen, auf dem alle hell winken und die Stimmen singen, meine Güte, singen, aber so richtig...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, und auch wenn du vorher kurz das Gefühl hattest, es IST alles gut, und es IST alles perfekt, weißt du aber dennoch, dass der Weg nur hell ist, WEIL er nicht perfekt ist, und in »St-fortunat« ist der herrliche Chanson wieder dieses leichte Zweifeln an allem glücklichen, weshalb es z.B. okay ist, ein Album so ausklingen zu lassen, weil es so ein Rückblick ist, ein Skelett, ein Fantom, und die Lücken und Fehler so schön im Blick hat, die gemacht wurden, auf dem Weg bisher, die Mücken, die man zum Weinen gebracht hat, und die nie wieder heilen werden, und genau deswegen braucht es nur »Le fin« um die letzten Takte und ein Lo-Fi-Bonus abzuliefern, und es ist eigentlich mit einer Leichtigkeit vollbracht, diese fehlende Heilung, um die es die ganze Zeit ging, die Verbrechen und die Begräbnisse, die Fehler und das helle, wunderschöne Erleuchten zu verstehen und aufzunehmen, denn schließlich haben Malajube auch genau das gemacht, es aufgenommen....&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut, und nach der Aufnahme ist es immer eine eigenartige Reise, voller Seitenstraßen und Überraschungen, aber was es eben ausmacht, ist, wie stabil es war, wie nah an dir, wie konzentriert und wie wenig out there, wie schnell du aus der Deskription wieder rauswillst, schnell raus, und zurück zum Start, diesmal kein Vergleich zu den Fundamenten, es gibt keine Kreise, kein Vergleich zu irgendwas, sondern einfach ein truly epic Indierock-Album. Überredet? Nicht?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...na gut...
&lt;hr /&gt;</description>
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    <title>They Have Come back from the Dead!! Ahhhh!</title>
    <link>http://txt.twoday.net/stories/2472745/</link>
    <description>&lt;hr /&gt;
&lt;a href=&quot;http://www.kantemusik.de/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://img361.imageshack.us/img361/7032/dtsuit8.jpg&quot; alt=&quot;Kante - Die Tiere sind unruhig&quot; align=&quot;left&quot; class=&quot;left&quot; hspace=&quot;5&quot; vspace=&quot;2&quot; /&gt;&lt;/a&gt;Als ob es nach »Zombi« noch was zu sagen gäbe. Als ob es denn auch nur in Frage kam, dass diese Band dieses Meisterwerk noch irgendwohin weiterentwickeln konnte. Ich habe Kante diese Chance nicht mehr zugestanden. Ich sah dabei zu, wie mir diese Band mal um mal bei Konzerten das Herz brach, als mit dem dritten Stück jedes verdammte Mal »Wenn man im Atem innehält«, dieser vielleicht größte Moment deutscher Liedeskunst der letzten Zeit, anklang. Ich sah dabei zu, wie ich Tocotronics &lt;a href=&quot;http://txt.twoday.net/stories/519337/&quot;&gt;»Pure Vernunft...«&lt;/a&gt; schon darauf zurückkoppelte und mich gar nicht traute auszurechnen, was »Zombi« alles noch in der nächsten Zeit verändern wird. Und dann kam Thees daher und schrieb: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://croc.antville.org/stories/1361705/&quot;&gt;&lt;cite&gt;Neue Kante Aufnahmen gehört.&lt;br /&gt;
Der Wahnsinn... !!!&lt;br /&gt;
Das wird neben der neuen Flaming Lips eine meiner TOP 3 Platten dieses Jahr. &lt;/cite&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es konnte nur schiefgehen. Das kann keine Erwartung der Welt aushalten. Und nun sowas. Kante. Wisst ihr... Kante! Dieses Universum an Gefühlen und Gedanken, Brüchen und Konsequenzen, diese ganze Sammelsurium an Jazz und Pop, Rock und Soul, Wabern und Schweben, diese ganze Eleganz und dieses ganze Unbegreifliche an ihnen, was gerne »Poesie« genannt wird, und Dath mittlerweile zu &lt;a href=&quot;http://www.faz.net/s/RubE219BC35AB30426197C224F193F54B1B/Doc~E8ECCF75155924561BF83E44FDE1C1BC4~ATpl~Ecommon~Scontent.html&quot;&gt;Schandtaten &lt;/a&gt;im Rezensionsland verführt, eben diese Kante sind wieder da, mit einem unruhigen Album. Ihre Rockplatte. Die Platte, die in die »Die Summe der einzelnen Teile«- und »Zombi«-Richtung weitergehen sollte. &lt;br /&gt;
Wer sich ein leicht hörbares Rockalbum erwartet hat, wird sofort enttäuscht. »Die Tiere sind unruhig« ist eine Kante-Platte. Ist wie immer in einem eigenem Nebel drin. Klar »rocken« heißt eben bei Kante doch was anderes, als bei anderen Bands. Da kann auch so ein nüchternes Brett wie »Ich hab&apos;s gesehen« rocken. Die nötigen Riffs wären auf Tigerbeats Schweinrockplatten nicht aufgefallen. Aber das Feeling ist natürlich ein ganz anderes. So sind die sieben Stücke auf »Die Tiere sind unruhig« mit gewohnt gutem Kante-Eiern ausgestattet, machen Pausen, lehnen sich gegen den Wind, spüren Unbehagen auf, lassen Wut raus, ziehen sich wieder zurück. Das alles mit einer eindrucksvoll gelassenen Atmosphäre, ohne jemals Kunst zu werden. Kante-Platten »passieren« einfach. Sie sind per Definitionem keine Meisterwerke. Und »Die Tiere sind unruhig« macht mit seiner Großartigkeit klar, dass ich nach dem (damals von mir unter »Meisterwerk« abgespeicherten) »Zombi« einfach zu viel wollte. Und eben genau das bekam.
&lt;hr /&gt;</description>
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