Mittwoch, 7. Dezember 2005

The Go! Team – 06.12.2005


Wer glaubt heute noch an den Irrsinn, dass Rock als Tanzmusik funktioniert? Ich bis gestern auch nicht.

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Ich tue mir schwer den Auftritt von Go! Team mit jenem vom Monsters Of Spex in Köln zu vergleichen. Dort war es später Nachmittag, tageshell, Open Air; und als Opener des Festivals vor einer sehr kleinen Menge von Leuten wollte natürlich nicht der leiseste britische Funke überspringen. Zwar war der Gig im Flex trotz fragwürdiger Eintrittspreise doch besser besucht, aber der Funke war hier von der ersten Sekunde an da und das Feuer loderte bis an die Decke. The Go! Team lassen keinen Stein auf dem anderen.

Vielschichtig-hybrid, geographisch uneinfangbar, wild, ja ekstatisch wird hier Rock mit HipHop, Funk mit Punk, Soul mit Glockenspiel verwurschtelt, dass die Tanzbeine des Publikums auf keinen Fall in Ruhe bleiben können. Die Direktheit mit der diese Tanzmucke vorbehaltlos von der Bühne runterdonnert erinnert (auch eben was die Hybridität anbelangt) gleichzeitig an die Scissor Sisters und an Von Spar – nur sind The Go! Team trotz ihrer geographischen Spannweite britischer. Auch wird hier Instrument um Instrument getauscht, einzig Rapperin Ninja bleibt konstant an der Bühnenfront. Das stark instrumentale Album »Thunder, Lightning, Strike« erhielt live neue Textstellen und entwickelte somit eine ganz eigene Dynamik.
Beachtlich (und für die Direktheit mitverantwortlich) sind selbstverständlich die beiden Schlagzeugsets, die Go! Team immer begleiten, und wenn mal bei einem Song nur eines dabei ist, merkt man am eigenen, vibrierenden Körper, dass da was fehlt. Gefehlt hat songtechnisch allerdings gar nichts, gespielt wurden alle Hits von »Thunder, Lightning, Strikes« (also fast alle Stücke) und dabei ganz besonders die Jahrhundertsingle »Junior Kickstart«, die als ein einziger Orkan alles zum Schmelzen brachte, plus einige neue Stücke, die sich allesamt sehr gut bis grenzwertig genial in das Set einfügten, was die Spannung für das nächste Album nur wachsen ließ. Das Publikum war gegen Ende aus dem tranceartigen Rockismustanz gar nicht mehr rauszukriegen, und bewies somit: Alles was The Go! Team brauchen, um zu funktionieren, ist ein Dach über dem Kopf, eine enge Halle, eine laute Anlage und gute Laune. Oder verdammt geile Kopfhörer für zuhause, wenn »Thunder, Lightning, Strike« die Zeit zwischen zwei Gigs verkürzen soll. I want more, definitely.

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