Montag, 14. Februar 2005

Boris Kovac & La Campanella - 12.02.2005


Das Famose an diesem Mann ist bis jetzt nicht viel weiter als bis Graz durchgedrungen. Dort spielt er vor ausverkauftem Haus, in der Wiener Szene spielte er sein erstes Konzert vor 40 Gästen. Die aber wurden fantastisch entlohnt.

Image Hosted by ImageShack.us

Boris Kovac will uns auf eine Reise mitführen. Seine ungemeine Produktionswut kursiert auf vielen verschiedenen Abwegen um das Thema Geschichte und das Ende der selbigen herum. Es geht um die Frage, wie eine Welt jenseits der (blutigen) Geschichte der Menschheit aussehen könnte. Was würdest du tun am letzten Abend Menschengedenkens?

Kovac versucht diese Frage auf vielfältige Weise zu beantworten. Als Multimediakünstler hat er immer schon starke Verbindungen zum Theater gehabt, und das war auch bei diesem Konzert ein ganz wesentlicher Bestandteil: die Inszenierung. Dass ein Tanz auch wirklich getanzt, und nicht nur gespielt wird. Kovac lässt sich frei laufen, erklimmt selber mit jedem Lied, mit jedem Rhythmuswechsel neue Stufen der Erregung und der Freude. Er reist mit uns durch Zeiten und Orte, die uns oft unbekannt oder fremd wirken, lässt uns aber nie aus den Augen. Als Reiseführer ist er bester Freund, Auskenner und Discman in einem. Ein Soundtrack, der wild, impulsiv und vor allem gefühlvoll ist, begleitet uns auf dieser Reise.

Boris Kovac würde wohl das Prädikat „Ausnahmesaxophonist“ verdienen. Seine Begleiter, die das Quintett „La Campanella“ (sax, akk, drum, git, c-bass) vervollständigen, sind gutgelaunte, junge und weniger junge Männer aus Novi Sad in Serbien, die mit Spaß und Enthusiasmus die jazzigen, orientalischen, improvisierten und gut durchdachten Ideen wie Feuerwerke in den Raum schießen. Was auf Platten, wie der monumentalen Doppeledition „The Last Balkan Tango/Ballads At The End Of Time“, schon so großartig funktioniert, gewinnt live durch die überzeugende Darbietung noch mehr an Kraft und Energie. Der Tanz um den Abgrund der Menschheit herum macht Spaß. Und diese Erkenntnis von Boris Kovac präsentiert zu bekommen verleiht ihr ungemeinen Nachdruck.

Dieser Mensch ist aufgewachsen mit Van Der Graaf Generator und hört jetzt, wenn er sich mal auf aktuellen Pop/Rock einlässt, Sting. Nochmal: Sting. So weit weg voneinander liegen also Himmel und Hölle nicht. Verwirrt und träumend verlassen wir den Ort des Geschehens und hoffen, bald wieder von diesem Meister verführt zu werden. In eine Welt jenseits der Geschichte.

Trackback URL:
http://txt.twoday.net/stories/521351/modTrackback

.txt

random | life | samples


SUCHEN

 


DOLLHOUSE


Dollhouse


KALENDER

Februar 2005
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 1 
 3 
 4 
 5 
 6 
10
11
12
16
17
24
25
26
27
28
 
 
 
 
 
 
 


AKUT

Jippie Diplomarbeit....
Jippie Diplomarbeit. Ich bin gerade damit fertig geworden...
Scheini (Gast) - 1. Aug, 15:10
Recht hast du. Sieht...
Recht hast du. Sieht man ja an so mancher Zeitung.
Phil (Gast) - 1. Aug, 15:03
Eitelkeit?
Nur wer laut schreit wird gehört. Der Inhalt ist...
Roland Rafael Repczuk (Gast) - 1. Dez, 09:02
Absoluter Surrealismus...
Mir fehlt die Farbe
Roland Rafael Repczuk (Gast) - 18. Mrz, 12:42
Endlich mal eine Filmkritik...
Endlich mal eine Filmkritik als Auslegung die Sinn...
der (Gast) - 9. Mrz, 21:49


BLOG STATUS

Online seit 4960 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 1. Aug, 15:10


CREDITS

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page
xml version of this page (summary)

twoday.net AGB

Subscribe with Bloglines



ABOUT .txt




STATUS

Du bist nicht angemeldet.